Theresa’s Jagd-Prüfung – Teil I

Liebe Jäger und Jagdinteressierte,
vor ein paar Monaten hat euch Theresa in unserem Blog ausführlich davon berichtet, wie sie zur Jagd kam und welche Dinge ihr dabei besonders wichtig sind. Damals steckte sie noch mitten in der Vorbereitung auf ihren eigenen Jagdschein. Mittlerweile hat sie die Prüfung endlich abgelegt und meldet sich nun bei uns zurück, um ihre Erfahrungen mit allen Jagdinteressierten zu teilen. Was sie in dieser Zeit so erlebt hat, wie sie mehrfach ihre Prüfungsangst überwinden musste und vor allem, wie die Prüfung ausgegangen ist, erfahrt ihr exklusiv bei uns im ersten der zwei Teile.

Hallo liebe Jagdprinz Community,
ich melde mich mal wieder mit einem Beitrag zurück. In der letzten Zeit war es eher ruhig um mich, da ich mitten in der Prüfungsvorbereitung für meinen Jagdschein war.
Am Samstag, den 19.05.2018, war es dann endlich soweit – die letzte Prüfung stand an. Damit gingen aufregende, nervenzerreißende Wochen zu Ende, über die ich euch gerne berichten möchte. Begleitet wurde ich stets von meiner Labrador-Hündin Eclipse, welche ebenfalls gerne zur Jagdschule mitging; vielleicht aber auch nur, weil sie dort in den Pausen das ein oder andere Stück Brot abbekam.
Wenn ihr also Lust darauf habt zu erfahren, wie es mir in den letzten Wochen erging und wie die Prüfung ablief, lest gerne weiter!

Meine Jagdbegleitung Eclipse

Vor einigen Wochen fing meine Reise zum Jagdschein in der Jagdschule Passion in Bad Dürkheim im Pfälzerwald, knappe 20 Kilometer westlich von Mannheim, an. Ich entschied mich für einen Wochenendkurs inklusive einer Intensivwoche kurz vor der Prüfung. An den Wochenenden war von morgens um 8 Uhr bis abends ca. 18 Uhr Programm. Da waren büffeln, schießen, Bäume bestimmen, Wildbiologie, Brauchtum oder Waffenhandhabung angesagt. Unter der Woche gingen alle Teilnehmer ihren alltäglichen Pflichten nach und so konnte es keiner abwarten, freitags um 15 Uhr wieder im Schulungsraum zu sitzen!

Wir waren eine geniale Gruppe, mit der das Lernen am Wochenende unwahrscheinlich viel Spaß gemacht hat – sodass ich, während ich nun davon berichte, nach und nach immer wieder Gänsehaut bei den vielen schönen Erinnerungen bekomme.

Der erste Schießstandbesuch verlief bei allen problemlos und auch die Rollhasen wurden nicht vorbeigelassen. Mit dem Besuch des Schießstandes war stets ein gemeinsames Mittagessen verbunden, was unsere Truppe immer mehr zusammenschweißte.

Woche für Woche erlangten wir mehr Wissen und nach und nach wurde uns allen bewusst: in zwei Wochen ist endlich die Prüfung! Doch just in diesem Moment setzten sie bei mir ein, die Selbstzweifel. Von Tag zu Tag wurde ich nervöser. Ich schlief nicht richtig, hatte nur noch die Jagdprüfung im Kopf und die damit einhergehende Angst vor dem Versagen. Trotz aufmunternden Zuspruchs meiner Jagdschul-Lehrer, Freunde, Eltern und meines Freundes, stieg bei mir die Angst, es nicht zu schaffen. Mir war klar: damit würde einer meiner größten Träume zerplatzen. Dabei verliefen die Übungstests, die wir in der Schule zu jedem einzelnen Themengebiet machten, allesamt gut. Kein einziges Mal wäre ich durchgefallen. Dennoch kamen immer wieder die Gedanken: “Aber was, wenn etwas vollkommen Unerwartetes geprüft wird? Wenn ich einen Blackout habe?“

Da sich die Jagdausbildung in einer Jagdschule meist nur auf eine kurze Zeitspanne beläuft, fehlen häufig die Praxiserfahrungen. Nicht aber während meines Kurses. Da die Betreiber der Jagdschule Freunde von uns sind, ergab sich die Möglichkeit, mit dem ganzen Kurs bei uns zu Hause einen Keiler von 73kg abzuschwarten und zu zerwirken. Das Tier konnte mein Stiefvater ein paar Tage zuvor erlegen.

Oftmals ist es der Fall, dass einige Kursteilnehmer keinen direkten Kontakt zu Jägern haben oder nicht einer Jägerfamilie entstammen wie ich. Umso mehr war dieses Angebot eine willkommene Abwechslung zur Theorie. Zusätzlich wurde uns ein Kaninchen zum Aufbrechen zur Verfügung gestellt. Auch wenn das Aufbrechen oder Zerwirken eines erlegten Stückes keine Prüfungsaufgabe darstellt, war es spannend, es einmal gemacht oder zumindest gesehen zu haben.

Weiter ging es mit dem Flintenschießen. Komischerweise war ich bei den Kugeldisziplinen nie aufgeregt und trat immer selbstsicher an. Unsere Kugeldisziplinen bestanden aus drei Schuss aufgelegt auf eine Keilerscheibe, vier Schuss stehend angestrichen auf den Bock, drei Schuss auf den laufenden Keiler und fünf Schuss mit der Kurzwaffe auf sieben Meter. Dabei traf ich 8/10, 9/10 oder auch mal 10/10 Rollhasen. Dennoch stellte sich bei mir kein Gefühl der Sicherheit ein, dass ich die Prüfung auf jeden Fall schaffen würde.

Mittlerweile stand die Intensivwoche bevor, deren krönender Abschluss die Prüfung am Freitag und Samstag würde. Wir gaben alles und lernten bis zum Umfallen. Selbst am späten Abend daheim konnte ich die Finger von der Lern-App nicht lassen und mich meist erst gegen 23 Uhr davon lösen.

Doch damit allein würde es nicht erledigt sein. Natürlich musste neben der schriftlichen Prüfung auch eine praktische-mündliche Prüfung abgelegt werden, um den Jagdschein zu erhalten. Anfangs hielten sich meine Bedenken diesbezüglich noch in Grenzen – bis es dann schließlich soweit war. Geprüft wurde jedes Fach, jeweils etwa zehn Minuten lang. Insgesamt dauerte die ganze Prozedur also knapp 60 Minuten. Wie sollte ich das bloß überstehen?

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