Mein erster Keiler – Teil II

Liebe Jäger und Jagdinteressierte,
vergangene Woche erfreute uns Gastautorin Theresa mit dem ersten Teil ihres Beitrags und berichtete über ihren allerersten Keiler. Ein monumentaler Moment für jede/n Jungjäger/in, der nun im zweiten Teil seinen spannenden Abschluss finden wird! Werden Theresa & Co. ihr Weizenschwein finden?


Für Diejenigen, an denen die Vorgeschichte (unerklärlicherweise) vorbeigegangen ist,
verlinken wir hier nochmals Teil I und wünschen euch nun ganz viel Spaß mit Teil II.

Die Suche geht weiter

Nach einem kurzen Augenblick dampfte das Weizenschwein ab und wir harrten einen Moment lang aus. Weiterhin Stille. Nur leichter Regen, der an uns runtertropfte, erfüllte die Nacht mit Lauten. Da standen wir beide, die Unerfahrene und der Erfahrene. Vor lauter Aufregung zitterten wir wie Espenlaub. Wir entschlossen uns dazu, kurz auf ein anderes Feld zu schauen, das direkt neben dem jetzigen lag, wurden jedoch wie aus dem Nichts von einem weiteren Regenschauer zurück ins Auto gejagt.

Unvergesslich: der erste Keiler

Nach wenigen Minuten war auch dieser Wolkenbruch vorüber und wir fuhren zurück zu dem Weizenfeld, auf dem ich den Schwarzkittel zuvor beschossen hatte. Schnell die Waffe geschnappt, Stirnlampe aufgesetzt und so stapften wir mit einer Taschenlampe in der Hand erneut in den Weizen und suchten nach dem Anschuss. „Ich hab‘ vorbei geschossen. Der ist weg!“, sagte ich immer und immer wieder, da wir weder Anschuss noch Pirschzeichen vorfanden. Plötzlich lief ich gegen meinen Kumpel, der abrupt stehenblieb und erstaunt sagte: „Huch! Da liegt ja ein Schwein.“

„Wie, da liegt ein Schwein?!“. Ich sah an ihm vorbei und da lag es! Da lag mein Schwein, mein Keiler! 3 Meter vom Anschuss weg. Ich habe wortwörtlich getanzt. Mitten auf diesem Acker im Matsch lag ein Schwarzkittel mit einem Aufbruchgewicht von knapp 80 Kilo!

Mit vereinten Kräften

Zum Glück waren zwei starke Jungs dabei, die mir tatkräftig beim Bergen halfen – sonst würde ich wahrscheinlich heute noch auf dem Acker mit meinem Keiler sitzen.

Wir luden das erlegte Wild auf die Ladefläche und fuhren schnurstracks zur Kühlkammer, wo wir bis halb 4 Uhr morgens damit beschäftigt waren, ihn aufzubrechen und zu säubern. Nach einem kurzen, gemütlichen Beisammensein krochen wir schließlich alle fix und fertig ins Bett.

Eine Nacht, die sich wahrlich gelohnt hat! Und ein Erlebnis, welches ich nie vergessen werde. Mein erster Keiler, geschossen zusammen mit einem inzwischen eng gewordenen Freund, den mein Jagd-Glück genauso freute wie mich! Markus und seine Freundin Katrin sowie die gesamte Familie freuten sich herzlich mit mir. Noch immer habe ich Markus Worte vom nächsten Morgen im Ohr: „Wenn der Keiler schwerer als seine Erlegerin ist…“.

Ein kurzes, aber unvergessliches Wochenende fand damit seinen leider viel zu schnellen Abschluss. Ich bin so dankbar für das Erlebte und die mir gebotene Möglichkeit – und noch viel mehr darüber, dass ich gewiss sein kann, dass Markus das Wildbret sorgfältig für sich und seinen Betrieb verarbeiten und seine Kunden damit glücklich machen wird. Genauso glücklich, wie der Landbesitzer und meine Wenigkeit es waren.

In diesem Sinne wünsche ich euch allen ein genauso unvergessliches Jagderlebnis!

Bis bald, Waidmannsheil und Horrido
Eure Theresa

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